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Weihnachten auf chinesisch

Medebach, 30.11.1999 00:00 Uhr (jti )

Anne Köster aus Medebach lebt für sechs Monate in Shanghai

Medebach/Shanghai. (jti)
Anne Köster aus Medebach ist in diesem Jahr an Weihnachten nicht Zuhause. Da sie ein Praktikum bei Siemens Ltd. in Shanghai macht und der Flug nach Hause natürlich etwas zu weit wäre, wird sie die Feiertage in China verbringen. Deswegen kommt sie zu einer für Europäer ungewohnten Erkenntnis: "Eigentlich feiern die Chinesen gar kein Weihnachten". Das Fest sei irgendwann in den vergangenen Jahren aus dem Westen nach China herüber geschwappt, aber für sie ist es nichts besonderes. "Viele wissen, glaub ich, gar nicht, was wir da genau feiern", erklärt die Studentin.
In den Shoppingmalls dagegen würde wie wild dekoriert, je größer der Tannenbaum desto besser. Auch Silvester interessiert nicht wirklich. "In China wird das Frühlingsfest (chinesisches Neujahr im Februar) gefeiert, obwohl natürlich in Shanghai überall Möglichkeiten bestehen Silvester zu feiern und auch die Chinesen an diesem Tag mit ihren Freunden feiern, aber nicht wie in Deutschland aus Tradition". Dafür ist eine andere deutsche Tradition in China angekommen: "Ich konnte es kaum glauben, als ich hörte, dass es hier einen ,typischŒ deutschen Weihnachtsmarkt geben soll. Etwas war aber völlig anders, als in Deutschland: es wurde nämlich Eintritt verlangt. Auf dem Weihnachtsmarkt erinnerte mich dann doch einiges an die Heimat: Glühwein, Bratwürstchen, Waffeln, ein Weihnachtsbaum und viele Stände mit Weihnachtsdeko (natürlich zu überteuerten Preisen). Außerdem hörte ich immer wieder Leute, die sich auf Deutsch unterhielten. Irgendwie schon seltsam, in einem fremden Land so viele Deutsche auf einem Fleck zu finden. Der Glühwein hat übrigens einigermaßen geschmeckt, aber natürlich kein Vergleich zu dem auf Deutschen Weihnachtsmärkten". Viele Praktikanten-Kollegen von Anne Köster fahren daher über die Feiertage in andere Städte und machen Urlaub, da Anne aber erst seit Mitte November in Shanghai ist, bleibe sie in der Stadt. "Da ich auch nur am 25. Dezember frei habe, wird es mir hoffentlich auch nicht so schwer fallen nicht in Medebach zu sein."
Seit November ist Anne Köster in Shanghai. Nach China geflogen ist sie mit ihren Eltern Friedrich und Gisela Köster. Noch bis April wird sie in der Marketing-Abteilung von Siemens Praktikum machen.

 

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