Hochsauerland, 02.01.2007 16:21 Uhr (malt)
Arnsberg. (SK)
„Wir wollen den Ruf als Flaggschiff im Verpackungssektor in Europa erhalten. Wir haben viel erreicht und müssen für künftige Aufgaben innovative Investitionsstrategien entwickeln.“
Der Mann, der dass sagt kommt aus der Praxis. Wenn Manfred Stemmer, Geschäftsführer des Kartonherstellers „Cascades Arnsberg GmbH und
gleichzeitig Technischer Direktor „Cascades Europa“, über Ziele und Zukunft des Arnsberger Werks spricht, so wählt er klare und deutliche Worte – ein Prinzip unternehmerischer Vernunft. Doch trotz aller
Bestimmtheit klingt ein souveräner, fast unterhaltender Plauderton durch – ein Vergnügen für den, der zuhört. Sein Gegenüber, Landrat Dr. Karl Schneider, ist kurz vor Jahreswechsel zu Gast und ein aufmerksamer Zuhörer.
Dr. Schneider selbst kann auf einen reichhaltigen Erfahrungsschatz aus jahrzehntelanger Zeit seiner
Tätigkeit in der freien Wirtschaft zurück-greifen, so dass ein anregender Diskurs entsteht. Eine Betriebsbesichtigung bildet zwar den Rahmen. Doch das kurzweilige Vorgespräch in der Chefetage dauert
so etwas länger als sonst. Als die altehrwürdige Arnsberger Papierfabrik „Feldmühle“ in den 80er Jahren in die Krise geriet und auch die schwedische „STORA AB“ das Unternehmen bis Mitte der 90er Jahre Jahre nicht auf Kurs bringen konnte, brachte die 1997 erfolgte
Übernahme durch die kanadi-sche Unternehmensgruppe Cascades Inc. die Wende für den Standort Arnsberg. Maßgeblichen Anteil daran hatte der
heutige Geschäftsführer Manfred Stemmer.
Altpapier bildet den Rohstoff Inzwischen steht das Werk entgegen allgemein negativer Trends in der Wirtschaft gesund da. Arnsberg ist auf die Produktion von
gestrichenem Faltschachtelkarton aus Recyclingfasern spezialisiert.
Den Rohstoff bildet Altpapier mit geringem Frischfaseranteil, womit das Werk einen bedeutenden Beitrag zur ökologischen Rohstoffnutzung leistet. Die Verpackungen von Cascades werden für Nahrungsmittel, Gesundheits- und Körperpflegemittel, Tabakwaren, elektrische Geräte und Haushaltswaren, Tiefkühlprodukte sowie pharmazeutische Produkte
verwendet. Die Nachfrage ist hoch.
Landrat Dr. Karl Schneider, der von seiner Verwaltung
unternehmerische Denken einfordert, ist von der Cascades Philosophie angetan: „Mit dem hier zutage tretenden Geist lässt sich punkten.“
Dass in Arnsberg bei Cascades gepunktet wird, steht außer Frage. Dabei interessieren Geschäftsführer Manfred Stemmer nackte Zahlen nicht allein. „Hinter den Zahlen stecken betriebliche Prozesse und das familiäre Umfeld der Mitarbeiter, die uns als Unternehmensgestalter gesamtgesellschaftliche Verantwortung abverlangen.“ So gelang es dem Arnsberger Werk seit der Übernahme 1997, die Belegschaft von derzeit 360 Mitarbeitern nicht nur zu
halten, sondern auch zu verjüngen.
Der gelernte Papiermacher Stemmer selbst gehört dem Werk in Arnsberg seit 35 Jahren an und ist einer der wenigen Papiererzeugungsingenieure, die es in Deutschland gibt.
Beim Rundgang auf dem 35 Hektar großen Werksgelände stechen dem Laien sofort der hohe Automatisierungsgrad der Arbeitsabläufe ins Auge,
allesamt Investitionen der vergangenen Jahre. „Das bedeutet hohe Qualität bei den gestriche-nen Kartons für die Faltschachtelherstellung“, sagt Stemmer.
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