Arnsberg, 02.03.2007 15:08 Uhr (malt)
Neheim. (mali)
Anlauf: Tiefsitzende Rückenschmerzen, morgendliche Steifheit, Bewegungseinschränkungen in den Hüftgelenken oder auch Atembeschwerden. All das können Hinweise auf Morbus Bechterew sein, an der hierzulande 100.000 Menschen leiden.
„Die Symptomatik ist bei jeden Menschen unterschiedlich. Manche haben Probleme mit den Bandscheiben, andere können ihren Kopf nicht mehr bewegen. So dauert es oft zehn Jahre, bis Morbus Bechterew diagnostiziert wird“, erklärt Maria Extra, Leiterin der ehrenamtliche geführten Selbsthilfegruppe. Oft leiden die Betroffen auch noch unter den Begleitsymptomen wie Fersenschmerz, Regenbogenhaut-, Hüftgelenks-, oder Kniegelenkentzündung.
Morbus Bechterew wird oft erst in der Klinik festgestellt, mit Hilfe einer Blut- und Röntgenuntersuchung. Betroffene müssen lernen mit der chronischen, endzündlich-rheumatischen Wirbelsäulenerkrankung zu leben, denn heilbar ist sie nicht. Vielmehr verläuft die Krankheit in Schüben, die vor allem nachts und bei nass-kaltem Wetter auftreten. Um nicht völlig zu versteifen, müssen Betroffene, neben der Einname von Cortison, sich vor allem bewegen. Am besten eignet sich dazu Wasser- und Trockengymnastik.
Spende für das Projekt von der DAK
Allerdings können Morbus Bechterew Patienten nicht einfach an „irgend einem“ Wassergymnastik-Kurs teilnehmen, sondern benötigen eine Spezialbehandlung. Da dies oftmals verkannt wird, ist es für die Patienten sinnvoll, sich der, seit 22 Jahren bestehenden Selbsthilfegruppe anzuschließen. Denn bei „Maria Extra & Co.“ gibt es nicht nur eine, von speziell ausgebildeten Therapeuten geleitete Gymnastik, sondern auch Beratung und natürlich Geselligkeit.
Ein erster Themenabend in Zusammenarbeit mit dem St Johannes Hospital und der AKIS (Arnsberger Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen) fand kürzlich statt und war bereits gut besucht. Das Konzept der Therapiegruppe überzeugte nicht nur Chefarzt Dr. Meinolf Hanxleden, sondern auch Werner Hölter von der DAK.
Der Bezirksgeschäftsführer der Krankenkasse wurde durch ein Mitglied der Selbsthilfegruppe auf das Projekt aufmerksam. Nach Gesprächen mit Maria Extra entschloss er sich kurzerhand dazu, die Gruppe finanziell zu unterstützen und überreichte ihr einen Scheck über 200 Euro. „Das Geld wird natürlich zweckgebunden eingesetzt“, betont Maria Extra, „schließlich steht für uns und unsere Therapeuten Fortbildung an erster Stelle.“
» Zur Startseite von SauerlandKurier Die große Wochenzeitung im Sauerland