
Gemischte Gefühle bei erstem Zentralabi
Überregional, 01.04.2007 00:00 Uhr (bt/jti/wbr
Ferienhausanlage ko)
Abiturienten lösen einheitliche Aufgaben
Kreisgebiet. (bt/jti/wbr)
NRW ist mit dem Zentralabitur gestartet. Erstmals am Montag mussten die Abiturienten im Fach Deutsch Aufgaben lösen, die zentral von der Landesregierung und nicht direkt von ihren Lehrern gestellt wurden. Die Meinungen zu dieser Art der Prüfungen sind gemischt. Der SAUERLANDKURIER hat sich bei betroffenen Schülern und Lehrern umgehört. Zuerst drei Schüler des Gymnasiums der Stadt Meschede: Melanie Entian aus Ramsbeck, 19 Jahre alt: "Allgemein finde ich es gut, dass durch das Zentralabitur die Leistungen vergleichbar werden, da alle die selben Klausuren bearbeiten mussten. Allerdings ist dies nicht zu 100 Prozent möglich, da die Noten der Schüler aus 13.2, die auch mit in die Note einfließen, und das Ergebnis des vierten Abiturfachs auf Einschätzung der jeweiligen Lehrer beruhen. Ich meine, dass wir auf die Prüfungen durch unsere Lehrer gut vorbereitet waren. Allerdings sind die offiziellen Angaben über die Abituranforderungen auf der Seite des Ministeriums für Schule NRW im Internet sehr schwammig dargestellt."
Christopher Schöpe aus Eversberg, 19 Jahre alt:
"Meiner Meinung nach wurde ich durch meine Lehrer auf die Prüfung sehr gut vorbereitet, so war meine erste Leistungskursklausur auf dem Niveau wie jede andere Klausur auch und somit zu meistern. Es wurde im Vorfeld viel Wirbel gemacht. Aber ich finde es nicht gut, dass es letztendlich nur zwei, statt wie vorgesehen drei Vorschläge für die Englisch-Leistungskurs-Klausur zur Auswahl gab." Ruben Schlinkert aus Bestwig, 19 Jahre alt:
"Zur Analyse wurden uns nur unbekannte Texte gegeben. Auf die Lektüren, die wir im Unterricht gelesen haben, sollten wir zwar auch in der Klausur als Vergleich zurückgreifen, allerdings mussten wir keine direkte Textstelle, wie sonst in den anderen Klausuren während des Halbjahres üblich, aus einem bekannten Buch analysieren. Das finde ich nicht gut. Auch wussten wir nicht genau, was in den einzelnen Aufgabenstellungen verlangt wurde. So wurde uns kein besonderer Aspekt vorgegeben, auf den wir den Text hin analysieren sollten."
Die Seite der Lehrerschaft sieht das Zentralabitur relativ positiv: Klaus Ullrich, Direktor des Arnsberger Laurentianums: "Die anfänglichen Bedenken und Ängste der Schüler waren, so denke ich, ohne Grundlage". Die Aufgaben in den geprüften Fächern Deutsch, Englisch und Geschichte entsprachen in etwa dem, was die Schule seit Jahren verlangt. Außerdem seien die Informationen der Schulaufsicht sehr umfangreich gewesen. Sowohl die Probeklausuren im vergangenen Jahr als auch die Vorklausuren zum Abitur seien im normalen Rahmen ausgefallen. Kein Schüler wurde wegen der neuen Prüfungsordnung nicht zum Abitur zugelassen. Für die Lehrer ändere dies indes die Gestaltung der Weihnachtsferien. "Da die Aufgaben nun von zentraler Stelle gestellt werden, müssen sich die Lehrer in den Ferien nun keine Aufgaben mehr ausdenken", so Ullrich. Der organisatorische Ablauf sei reibungslos gelaufen. Die weiteren Zentralabi-Prüfungen dauern noch bis zum 25. April.
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