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Elitestute entstammt einer Zucht in Lennestadt-Theten

Überregional, 02.01.2008 00:00 Uhr (SK)

"Finja" von Ludger Gördes erhält begehrte Staatsprämie

VON ACHIM GANDRAS
Theten.
Bei der Eliteshow für den westfälischen Pferdenachwuchs in Münster waren insgesamt nur zwei Tiere aus ganz Südwestfalen vertreten. Das eine ist die dreijährige Stute "Finja" des Züchters Ludger Gördes aus Lennestadt-Theten.Es ist die Versammlung der "Besten der Besten", so formuliert es Prof. Dr. Friedrich Marahrens, der mit seiner Kommission für die Auswahl der Tiere zuständig ist.
Es wird nämlich ganz genau geprüft, welches Blut exzellent genug ist, in die Stammrolle der Westfälischen Zucht aufgenommen zu werden.
Ludger Gördes hatte das nötige Glück, vor Jahren am Niederrhein die Stute "Beka" einkaufen zu können, die alle Anlagen mitbrachte, Mutter einer großen Zucht werden zu können.
Tante Berta war ein Volltreffer
"Tante Berta", wie sie auf dem Lindenhof in Theten nur noch liebevoll genannt wird, hat in den Jahren im Sauerland seither schon die vierte Stute zur Welt gebracht, auf die der junge Zuchtbetrieb ausnahmslos einige Hoffnung setzen darf.
Ludger Gördes kann sich dabei auf die Hilfe einiger fachkundiger Helfer verlassen, die ihn seit Beginn der Zucht im Jahr 2000 begleiten.
"Mein Tierarzt Dr. Georg Klünker und der Hufschmied Ulrich Greve haben einen großen Anteil am Erfolg der Arbeit", da ist Ludger Gördes sicher.
Tante Bertas Fohlen jedenfalls stehen bestens da und sorgen inzwischen alljährlich für einiges Aufsehen bei den Stutfohlenschauen im Repetal. Denn seit es Hotelier Josef Platte geschafft hat, eine Deckstation des Warendorfer Gestüts im Repetal zu installieren, mehren sich nach und nach auch die Erfolge der südwestfälischen Zucht. "Wir sind hier wahrlich kein weißer Fleck mehr auf der Landkarte, was die Zucht angeht", so Ludger Gördes im Gespräch mit dem SAUERLANDKURIER.
Pferdeliebhaber und die Fachleute wissen es ja sowieso, aber es sei noch einmal angemerkt, dass sich der Name des Fohlens mit dem Initial immer an den Namen des Vaters anlehnt
Zuchtstute Bekas erster Wurf war Finja, gedeckt von dem sehr bekannten und leider unlängst verstorbenen Hengst "Fidermark".
Sie ist gestern vier Jahre alt geworden, denn Zuchtpferde haben immer am ersten Januar Geburtstag. Erst mit drei Jahren dürfen sich diese Tiere bei der nötigen Zuchtqualität zur Eliteshow in Münster anmelden. Und wie bereits erzählt, hat Finja nun die Staatsprämie erhalten, den Ritterschlag für jeden Züchter.
Ludger Gördes hätte sein prachtvolles Tier natürlich längst schon verkaufen können. In Deutschland, oder auch nach Russland, in die Ukraine oder nach Amerika. Aber da kommt der Züchter in ihm durch. "Ich kann sie doch jetzt nicht verkaufen. Da schnitte ich ja die Zucht ab, an der ich schon so lange arbeite!"
Daher soll auch Finja, so wie Mutter Beka, eine Mutter für die Zucht in Theten werden.
Und mit dem prämierten Blut darf sie nun sogar gedeckt werden von einem Hengst aus dem weltberühmten Gestüt von Paul Schockemöhle, der einst mit seinem Hengst Deister dreimal im Springsport Europameister werden konnte - bis heute ein Rekord.
Aber auch Finjas Halbschwestern lassen einiges erwarten. Ludger Gördes versucht natürlich, mit feinem Gespür bei der Auswahl der Deckhengste den Nachwuchs von Beka immer weiter zu verbessern.
Die Erfolge geben ihm dabei Recht, denn auch die dreijährige Rosenrot, die zweijährige Florin und die einjährige Fi-Lou dürften eine große Zukunft vor sich haben, wenn nichts passiert.
Denn das ist natürlich die Sorge eines jeden Züchters, doch Ludger Gördes tut, was er kann.
"Ich habe sogar gepolsterte Zäune. Wenn ich Stacheldraht sehe, kriege ich Pickel", lacht der kräftige Westfale.
Tante Berta ist übrigens wieder in besten Umständen. Ende März kommt Fohlen Jaaz-
Rubin zur Welt, nach einer Schwangerschaft von etwa 350 bis 365 Tagen. "Es kommt, wenn es fertig ist, so ist die alte Regel."
Übrigens wurde Tante Berta für ihre höchst erfolgreichen Mutterschaften nachträglich mit dem Titel einer Verbands-Prämienstute beehrt, was Ludger Gördes natürlich besonders freut, denn das ist auch der Beweis auf dem Papier, dass er den richtigen Riecher hatte, als er das Tier dereinst ohne diese Reputation einkaufen konnte.
Und wenn er einen Wunsch frei hätte:
"Sie könnte auch ruhig mal einen Hengst werfen. Aber wenn nicht, nu, dann ist es auch nicht schlimm."

 

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