SauerlandKurier Startseite

 

Könige haben die Krippe in "Bethlehem" erreicht

Überregional, 02.01.2008 00:00 Uhr (cori )

Paul Sondermanns Weihnachtsdorf bis Ende Februar geöffnet

Scheiderwald. (cori)
Als Paul Sondermann vor zwei Jahren angefangen hat, Schafe aus Styropor zu modellieren, wurde er von seinen Freunden noch belächelt. Heute stehen sie staunend vor dem Kunstwerk, das er in so kurzer Zeit erschaffen hat.Es grasen mehr als 100 Schafe in Scheiderwald, Maria, Joseph und die Hirten stehen in einem Stall um die Krippe des Jesuskindes und die heiligen drei Könige — sie sind seit Anfang Dezember von Osten her kommend, täglich immer näher an die Krippe herangerückt — bringen ihm ihre Gaben.
Paul Sondermann hat Bethlehem in Scheiderwald aufgebaut, und so ein Freilichtmuseum aus Unmengen von Styropor erschaffen, denn dies ist das einzige Material, das weder Kälte noch Regen etwas anhaben kann. In mühevoller Kleinstarbeit hat der 77-jährige Gerlinger die Gesichter modelliert und bemalt und auch Fassaden einer Stadt aus Holz aufgebaut. Anfangs hat er noch fast zwei Tage pro Tier benötigt, aber mit der Zeit wurde er immer geschickter und konnte ein Schaf in zwei Stunden fertigen.
Mit 67 Jahren hatte er angefangen, bei Professor Otto Schmethüsen Portraitmalerei zu studieren und Bilder in Kirchen zu restaurieren. Sein Lehrmeister ist heute sehr stolz, wie Paul Sondermann das Gelernte umgesetzt hat, um die Weihnachtsgeschichte nachzustellen. Auf dem Gelände der Familie Josef Quast standen bis zum vergangenen Jahr noch zahlreiche Tannen, die jedoch dem Sturm "Kyrill" nicht standgehalten haben. Also konnte Sondermann dort alles aufbauen und lockt jetzt zahlreiche Besucher nach Scheiderwald, die nur den Schildern "Weihnachtsdorf" und "Bethlehem" folgen müssen. Bis Ende Februar kann man das Weihnachtsdorf, es wird von 16.30 bis 22 Uhr illuminiert, besichtigen und eine kleine Spende in die Hände des Mohrs legen, der am Eingang steht. Von dem Geld wird ein Projekt für Straßenkinder in Brasilien unterstützt. Paul Sondermann ist selbst in Brasilien gewesen und hat das Elend der vielen Kinder gesehen, die keine Schule besuchen können, auf der Straße leben und täglich um ihr Überleben kämpfen müssen. Da kam ihm die Idee, selbst etwas zu tun, damit es diesen Kindern besser geht. Er wollte aber nicht nur Spenden sammeln, er wollte den Leuten etwas bieten, um sie so zu animieren, etwas Geld zu spenden. Das hat er geschafft. Am Tag der Eröffnung kamen bereits 1000 Euro für das Projekt zusammen. Inzwischen hat Paul Sondermann ein Spendenkonto bei der Volksbank Wenden-Drolshagen, Stichwort "Straßenkinder Brasilien", Konto: 12 14 51 10, eingerichtet.

 

» Zur Startseite von SauerlandKurier Die große Wochenzeitung im Sauerland