
Mehr Drogen als Alkohol am Steuer
Überregional, 02.03.2008 00:00 Uhr (tip
)
Polizei legt Unfallstatistik vor — Zahlen gestiegen, aber Kreis gilt noch immer als sicher
Kreisgebiet. (tip)
Vor zehn Jahren wäre dieser Fakt noch undenkbar gewesen: In 2007 waren im Kreis Siegen-Wittgenstein mehr Verkehrsteilnehmer unter Drogen- als unter Alkoholeinfluss unterwegs. Diese und weitere Zahlen präsentierte die heimische Polizeibehörde in ihrem Jahresbericht. Den landesweiten Spitzenplatz musste sie abgeben. Dennoch: "Der Kreis Siegen-Wittgenstein ist nach wie vor sicher", beurteilte Polizeihauptkommissar Siegmar Kiepke die Statistiken.Denn in allen wesentlichen Bereichen bewege man sich immer noch — zum Teil deutlich — unter dem Landesdurchschnitt. So etwa bei den verunglückten Kindern, Fußgängern oder getöteten Personen. "Es ist gegenüber dem Vorjahr eine Verschlechterung in vielen Bereichen. Aber wir befinden uns immer noch in der Spitzengruppe", meinte Polizeidirektor Franz-Josef Hahmann.
Anderen
Regionen voraus
Landesweit top ist die Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein bei der Erkennung von Drogendelikten im Straßenverkehr. Damit sei man den Kollegen in anderen Regionen weit voraus, so Landrat Paul Breuer. "Unsere Polizisten wurden entsprechend aus- und weitergebildet. Sie haben ein Auge dafür", berichtete Kiepke. 595 unter dem Einfluss von Drogen fahrende Verkehrsteilnehmer zählte man 2007 — 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Das sind rund 100 mehr als unter Alkoholeinfluss. Hahmann sprach im Bereich der Betäubungsmittel jedoch von einer noch höheren "Dunkelziffer". Mittels eines Drogenschnelltests können Verkehrssünder noch vor Ort ausfindig gemacht werden. Anschließend geht es zur Wache zum Blut- oder Urintest.
"Es wird weiterhin gerast", nannte Kiepke die Unfallursache Nummer eins. 261 Unfälle ereigneten sich aufgrund unangemessener Geschwindigkeit. Fünf Tote forderte diese Art des Vergehens. Die Polizei sei nun gefordert: Die Beamten kündigten noch schärfere Kontrollen an. Vor allem auf den Raserstrecken des Kreises, der B62, HTS und B508. "Das entspricht auch dem Wunsch vieler Bürger", zitierte Hahmann aus einer Befragung aus dem Jahre 2004.
Sieben Verkehrstote gab es 2007 insgesamt — so wenig wie noch nie. Wiederum ist kein Kind auf Siegen-Wittgensteiner Straßen gestorben. Negativ: Die Zahl der auf dem Schulweg verunglückten Kinder hat sich von 13 auf 25 fast verdoppelt.
Eine Problemgruppe bleiben Fahranfänger. 234 im Straßenverkehr Verletzte waren zwischen 18 und 24 Jahren, 186 davon im Auto. Auch bei den über 65-Jährigen stieg die Zahl der Verunglückten deutlich an. Die Polizei bietet für junge Erwachsene wie auch für Senioren Fahrsicherheits-Trainings an.
» Zur Startseite von SauerlandKurier Die große Wochenzeitung im Sauerland