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Die Nachwuchssorgen der Versicherungs- und Finanzbranche

Sauerland, 11.01.2012 09:02 Uhr

Die Ange­stellten sind zu alt und die jungen Bewerber fehlen, denn die Branche für Versi­che­rungen und Finanzen steht in keinem guten Licht. Jetzt soll ein ausge­wach­senes Ausbil­dungs­an­gebot und zahl­reiche Aufstiegs­mög­lich­keiten den Weg für neuen Nach­wuchs vorbe­reiten.

Wer sich in der Versicherungsbranche bewirbt, verkehrt heute in einem recht begrenzten Bewerberfeld, denn nur wenige junge Menschen lassen sich für diesen Sektor begeistern. Wenn große Unternehmen wie Axa 1500 Vollzeitstellen streichen und andere wie Talanx Deutschland mit ebenfalls 1000 Kündigungen mitziehen wollen, werden junge Menschen auf der Suche nach der zukünftigen Sparte abgeschreckt. Selbst bei der Allianz sind die Arbeitsplätze in Gefahr, denn die Branche muss sparen und das bedeutet Personal freisetzen.

Der Personalvorstand von Axa will damit aber kein Zeichen der Hoffnungslosigkeit setzen, denn Ulrich Nießen beteuert, dass hochqualifiziertes Personal immer gesucht wird. Doch gerade in den bedürftigen Bereichen wie dem Vertrieb von Policen stehen nur wenige Bewerber an, denn das Imageproblem wiegt schwer. Bessergestellt wird bei den jungen Menschen jedoch noch der Beruf des Maklers. Er schneidet im Vergleich besser ab als Vertreter, die nur ein Produkt von einer Versicherungsgesellschaft verkaufen. Wer heute viele Varianten wie eine Risikolebensversicherungen von unterschiedlichen Versicherern anbieten kann, hat höhere Verkaufschancen. Dies liegt insbesondere daran, dass die heutige Informationsgesellschaft mühelos im Internet vergleichen kann.

Außerdem wirkt der demografische Wandel und die schwindenden Jahrgänge auf die Zahlen des Nachwuchses. Um im Kampf der Talente zu bestehen, bieten viele Unternehmen reichhaltige Ausbildungschancen mit fixen Vergütungen sowie Möglichkeiten neben dem Beruf zu Studieren an. Selbst die Branchenriesen müssen mit den steigenden Anforderungen kämpfen, denn wo eine hohe Nachfrage auf ein geringes Angebot trifft, müssen auch höhere Preise gezahlt werden.

Früher wurden überwiegend Quereinsteiger eingesetzt, um das Nachwuchsproblem zu befriedigen, doch die gerade einmal grundlegend ausgebildeten Nebenberufler schädigten das Image der Branche nachhaltig. Jetzt sollen voll ausgebildete Fachkräfte das Ansehen wieder steigern, daher müssen gerade Schulabsolventen stärker für den Versicherungsbetrieb gewonnen und motiviert werden.

Die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) arbeitet daher mit der Fachhochschule der Wirtschaft in Mettmann zusammen und bildet seinen Nachwuchs im dualen System aus. Am Ende winken dann nach Abschluss der 3-jährigen Ausbildung insgesamt 3 Abschlüsse. Neben dem Bachelor of Arts in Business wird noch der Kaufmann für Versicherungen und Finanzen sowie der Titel des Vermögensberaters erworben.

Aber auch an bereits Studierenden sind die Unternehmen interessiert. Für Akademiker stehen insbesondere Trainee-Programme bereit, die besetzt werden wollen. Konzerne wie die Signal Iduna betreiben dafür aktiv Werbung an Universitäten und anderen Hochschulen. Am Ende steht dann die Übernahme einer leitenden Position an oder sogar die Leitung einer ganzen Agentur.

 


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