
Grevenbrück, 28.07.2010 11:30 Uhr
Eine wertvolle Antiquität stellt das Museum der Stadt Lennestadt als "Exponat des Monats August" der Öffentlichkeit vor. Es ist eine Goldmünzenwaage aus dem Jahre 1779. Sie wurde dem Museum von Josef Blefgen aus Bonzel als Leihgabe zur Verfügung gestellt.
Schon die Erfindung der Münze vor rund 2600 Jahren hing eng mit der Waage zusammen. Diese ersten Münzen waren kaum mehr als kleine Goldklümpchen, auf denen ein Herrscher mit seinem Siegel - dem Prägestempel - die gleiche Feinheit und gleiches Gewicht garantierte. Damit hatte jedes Goldstück eines Nominals den gleichen Wert, das Edelmetall musste zum Bezahlen nicht mehr mühsam abgewogen werden. Aber auch die Erfindung der Münze machte die Geldwaagen nicht überflüssig, sie schufen ein neues Arbeitsgebiet: das Prüfen der Münzen auf Echtheit und Vollgewichtigkeit. Gold stellte auch schon früher einen hohen Wert dar.
Die Fälschungserkennung war der wichtigste Grund, Münzen anhand ihres Gewichtes zu überprüfen. Aber auch Manipulationen am Goldstück durch Abfeilen fielen durch genaues Wägen auf. Die Münzwaagen wurden hauptsächlich von Geldwechslern und Kaufleuten benutzt.
Über drei Jahrhunderte hinweg war Köln führend in der Herstellung von Münzwaagen. Ab 1750 begann aber dann im benachbarten Bergischen Land eine sehr rege Münzwaagenproduktion, die Köln bald in den Schatten stellte. Auch die hier vorgestellte Goldmünzwaage ist im Bergischen Land produziert worden. Sie wurde im Jahre 1779 vom Meister Johann Peter Aeckersberg, Wichlinghausen in Oberbarmen (gehört heute zu Wuppertal), hergestellt. Johann Peter Aeckersberg (1706-1790) war wohl der bedeutendste Münzwaagenhersteller im damaligen Herzogtum Berg, das im 18. Jahrhundert führend in der Herstellung von Münzwaagen für Goldmünzen war. Man hat errechnet, dass er wohl über 3000 Münzwaagen hergestellt hat, viele davon für den Export.
Zu sehen ist dieses wertvolle und seltene Exponat im Museum der Stadt Lennestadt erstmals am heutigen Sonntag, 1. August, von 14 bis 17 Uhr. An Werktagen ist das Museum dienstags von 9 bis 12 und 14 bis 16 Uhr und donnerstags von 9 bis 12 und 14 bis 18 Uhr geöffnet.
Der Eintritt ist frei.
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